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China, quo vadis – zu schnell alt, um reich zu werden?

beautiful-stylish-womanTigerstaat und Weltwirtschaftsmacht – oder doch nicht?
Voraussagen zum Trotz, dass China in relativ kurzer Zeit die USA und Europa an der Spitze der Wirtschaftmächte der Welt ablösen wird, stagniert Chinas Wirtschaft: Die Banken stehen unter staatlicher Kontrolle und leiden bereits unter den faulen Krediten, die sie jahrelang vergeben haben. China scheint nicht nur Sportschuhe gut zu imitieren, sondern auch ein marodes Finanzwesen. Momentan strauchelt die Wirtschaft, die ohnehin auf tönernen Füßen steht und völlig überzogene Militärausgaben und die Kosten für Vorzeigeprojekte haben das Land im Würgegriff. Und genau zu diesem Zeitpunkt altert die Gesellschaft rapide – eine böse Mischung.

Die Sorgen um und in China wachsen. Die Geschehnisse letzte Woche waren nur eine Andeutung dessen, was sich auf breiter Front anzubahnen droht: Weltweit Einbrüche der Börsenkurse und Zinsen, die kurzfristig hochschießen. Und der Grund war, dass die chinesische Zentralbank (ähnlich der EZB) den lokalen Kreditinstituten vorsichtig kundtat, ein wenig des extrem billig geliehenen Geldes wieder zurückzufordern.

Die Auswirkungen waren so groß, dass die chinesische Zentralregierung eingreifen musste und auf ihre exorbitanten 2.600 Milliarden (!) US-Dollar Reserven an Devsen hinwies – überwiegend angelegt in Dollar und Euro. Scheinbar traut die Regierung der eigenen Währung nicht wirklich eine dauerhafte Nachhaltigkeit zu.

Fraglich ist vor allen: Wenn China wirklich in finanzielle Nöte gerät (und das ist absehbar) lönnte das Land seine gewötigen Reserven gar nicht nutzen, denn die Kurse von Dollar und Euro würden sofort so extrem einbrechen, dass China als einer der größten Halter von Devisen unfassbare Verluste erleiden würde. Die weltweiten Devisen sind mittlerweile so eng miteinander verknüpft, dass China, Europa und die USA in einem permanenten gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis stehen, aus dem sie sich nicht befreien können (und wollen).

Es war einmal… – Billigfabriken mit Dumpinglöhnen
Als erstes bekommen die Unternehmen die Auswirkungen der Krise zu spüren. Die Großkunden aus aller Welt sparen – Aufträge aus Europa und den USA bleiben aus. Die ehemaligen Auftraggeber fahren die Produktion herunter oder sehen sich kurzfristig anderswo in der Welt um, wohin sie ihre Produktionsstätten billig verlagen können. Dazu kommt ein weiterer steigender Kostenfaktor ins Spiel: Immer weniger Chinesen sind bereit, ihre Armut ausnutzen zu lassen. Zwar schuften Millionen von Ihnen zu Niedriglöhnen auf Baustellen und in Fabriken, aber immer mehr Chinesen wollen auch auf unterstem Niveau am “Wirtschaftswunder” partizipieren. Folglich steigen die Löhne. Zwischen 2005 und 2010 erhöhte sich das Einkommen eines Fabrikarbeiter jedes Jahr um fast 20% (!) – Quelle: Unternehmensberatung Boston Consulting. Das dürfte sich tendenziell durch die ganze Wirtschaft ziehen und sich seitdem fortgesetzt haben.

chinapuzzleAber in Zukunft wird Chinas Wirtschaft deutlich langsamer und weniger rekordverdächtig wachsen (prinzipiell auch begrüßenswert, weil ein langsames Wachstum in der Regel deutlich nachhaltiger ist). Anstatt der die Wirtschaft verwöhnenden zweistelligen Wirtschaftszuwächse in den letzten Jahren, werden es in 2013 eher nur noch sieben oder acht Prozent – insoweit man den erstaunlich schnell erhobenen Zahlen überhaupt Glauben schenknen kann. Spätestens ab 2030 kann die chinesische Wirtschaft dann vielleicht auch nur noch 4% zulegen (Quelle: „Prognos-Weltreport“). Soweit in die Zukunft zu antizipieren, ist mehr als fragwürdig, aber tendenziell zeigt es, wohin China gerade stolpert – Lugt bereits die Rezession über den Horizont?

Der Reise strauchelt
Die Zeit bis 2030 und darüber hinaus steht China eine weitere unangenehme folge der Politik der vergangenen Jahre ins Haus: der Überalterung der Gesellschaft – insbesondere ausgelöst durch die staatlich vorgeschriebene Ein-Kind-Politik.

  • Im Jahr 2030 werden in China absolut gesehen mehr über 65-Jährige leben, als die Vereinigten Staaten Einwohner haben. Mehrer Hundert Millionen alte Menschen.
  • Zur geleichen Zeit wird die Zahl der arbeitsfähigen Menschen alarmierend niedriger sein als heute. Ein Faktor, den man in Deutschland bereits kennt und der das Wirtschaftswachstum deutlich negativ beeinflussen wird.
  • Aber die Chinesen werden zu dieser Zeit nicht den Lebensstandard erreichen, der  annähernd mit dem Wohlstand vergleichbar wäre, wie er in Industrienationen der westlichen Welt herrscht: Zu einem Zeitpunkt als die USA und Japan eine Altersstruktur hatten, wie sie heute in China vorliegt, lag ihr Pro-Kopf-Einkommen bereits bei 15.000 Dollar. In China sind es heute  etwa 4.300 Dollar – weniger als ein Drittel.

Quelle: „Stumbling Giant – The Threats To Chinas Future“ vom US-Autor und Ex-Banker Timothy Beardson.

dimsum-1Fraglich, ob das Land die gewiß daraus resultierenden sozialen Spannungen aushält – der nachwachsenden Generation wird ihre Situation mehr und mehr bewußt und sie ist extrem verbittert und hilflos, die Wut der verarmten Landbevölkerung (vor allem aus im Westen des Landes wächst und macht sich in kleinen “Aufständen” Luft, bei denen von “Hundertschaften” mit Messern bewaffneter Aufständiger berichtet wird, die auf Zweirädern Polizeistationen aungreifen. Die Zentralregierung regiert mit paramitlitärischen Polizeieinheiten und Panzern. Die Hilflosigkeit von Hunderten von Millionen Rentnern mit alterstypischen Krankheiten wird das Land erwürgen.  Timothy Beardson zieht in seinem Buch ein schonungsloses Fazit:

„China wird die erste kommende Weltmacht sein, die alt wird, bevor sie reich wird.“

Fazit
Vielleicht brauchen Sie also doch nicht schon Chinesisch zu lernen, um in Zukunft mit Ihrer Bank zu kommunizieren.

2017-09-13T12:01:06+00:00 3. Juli 2013|Allgemein, Nützliches, Privatkrams|0 Comments